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Buddhistischer Achtsamkeits-Yoga als Schulung des offenen Gewahrseins und des Embodiments

Achtsamkeits-Yoga ist die Verbindung von klassischer Körperarbeit mit der Geistesschulung der Meditation. Der Fokus liegt mehr auf dem bewussten und achtsamen Wahrnehmen des Körpers und der Atmung während der Übungen und nicht auf die perfekte Ausführung der einzelnen Positionen oder Bewegungen. Die dafür ausgewählten Übungen sind auch sehr einfach durchzuführen und bedürfen keiner langen Schulung. Ich verbinde den Achtsamkeits-Yoga auch mit grundlegenden Übungen des Meridian-Qi-Gong, indem der Fokus neben dem Öffnen der Energiebahnen ebenso auf der bewussten Wahrnehmung des Körpers und der Atmung liegt. Eine Übungssequenz dient vornehmlich der achtsamen Verbindung zwischen Geist und Körper, der meditativen Präsenz im Hier und Jetzt, der Lockerung des Körpers und der bewussten Lenkung von Aufmerksamkeits-Energie. 

Es ist somit ein hervorragendes Instrument für das Embodiment* der Meditation, indem es den Geist auf die Botschaften des Körpers sensibilisiert und die Konzentration auf den jetzigen Moment stärkt.

Was Achtsamkeits-Yoga im Wesentlichen ausmacht:

1. Präsenz statt Perfektion

Im Kern geht es beim Achtsamkeits-Yoga darum, den Fokus weg von der äußeren Form („Wie sieht die Übung aus?“ „Mache ich sie korrekt“) hin zum inneren Erleben zu lenken. Du lernst, jeden Atemzug und jede Muskelspannung wertfrei wahrzunehmen. Es geht nicht darum, besonders beweglich zu sein, sondern ganz im Hier und Jetzt bei dir selbst anzukommen, den Körper mit seinen Impulsen wahrzunehmen und ohne Bewertung auf die emotionalen bzw. gedanklichen Reaktionen zu achten. Dadurch ist es auch ein Geistestraining im buddhistischen Sinn des offenen Gewahrseins und der Konzentration auf den jetzigen Moment.

2. Anfängergeist

Das Besondere ist die innere Haltung, mit der du praktizierst. Anstatt dich in schwierige Posen zu zwingen, beobachtest du aufmerksam deine Grenzen mit Neugier und Mitgefühl, so als würdest Du deinen Körper in dieser Art das erste Mal erleben, frei von Vorurteilen und Bewertungen.

  • Atem als Anker: Der Atem ist nicht nur Begleiter, sondern das Zentrum der Praxis.
  • Nicht-Urteilen: Wenn eine Übung „nicht gelingt“, wird die Reaktion des Geistes registriert, aber nicht bewertet.
  • Verlangsamung: Die Bewegungen werden oft bewusster und langsamer ausgeführt, um die Kommunikation zwischen Körper und Geist zu intensivieren.

3. Wirkung auf Körper, Geist und Seele

BereichWirkung
KörperlichVerbessert die Körperwahrnehmung, löst tiefe Verspannungen und unterstützt die Nervensystem-Regulation.
MentalReduziert nachweislich Stress-Symptome und hilft dabei, aus dem „Gedankenkarussell“ auszusteigen.
EmotionalFördert Gelassenheit und Resilienz gegenüber den Herausforderungen des Alltags.
PsychologischStärkt die Selbstakzeptanz und das Mitgefühl mit sich selbst.
Langfristiger Effekt für den AlltagWer lernt, in einer anstrengenden Yoga-Pose ruhig zu atmen und zu entspannen, bleibt meist auch im stressigen Alltag gelassener.